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Impfen oder nicht Impfen?

Teengeist-Umfrage zum Thema Corona-Impfung

fischerAppelt News

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Dieser Artikel erschien zuerst bei W&V .

Verängstigt, besorgt oder hoffnungsvoll? Wie stehen die Teens zur aktuellen Corona-Impfdebatte? Unsere Teengeist-Unit  will es wissen. In der fünften Ausgabe befragten wir gemeinsam mit Appinio  und W&V  die jungen Erwachsenen zum Thema Corona-Impfung, Priorisierung und (anstehenden) Lockerungen. Außerdem gibt die Umfrage aktuelle Insights zu relevanten Trends und Hypes.

Mehrzahl der Teens noch ohne Impftermin

Zunächst einmal die große Frage: Wer von den Teens ist aktuell schon geimpft? Die Antwort ist nicht überraschend. Erst 9 Prozent haben eine vollständige Impfung erhalten. Bei den 16 bis 17-Jährigen warten insgesamt 83 Prozent noch auf ein Impfangebot, bei den 18 bis 19-Jährigen sind es 70 Prozent.

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Wie steht es überhaupt um die Impfbereitschaft? Nur 50 Prozent der Jugendlichen wollen sich gegen Corona impfen lassen. 35 Prozent sind sogar komplett dagegen. Bei 37 Prozent der jungen Männer geht die Tendenz eher dazu den Impfstoff zu verweigern. Bei den jungen Frauen sind es 32 Prozent. 15 Prozent wissen es noch nicht.

Was den Jugendlichen Sorgen bereitet

Doch was verunsichert die Gen Z? Was ist der ausschlaggebende Grund, dass sie sich nicht beziehungsweise schon impfen lassen wollen? Für über 51 Prozent ist es die Angst vor langfristigen Nebenwirkungen. Frauen sind hier sogar um 8 Prozent sorgenvoller. Andere 15 Prozent sind sich unsicher, ob eine Impfung tatsächlich vor Corona schützt. 11 Prozent sind generell gegen Impfungen.

Aber es gibt auch positive Stimmen: 25 Prozent der Teenager:innen haben die Hoffnung, dass sie durch ihre eigene Schutzimpfung andere Mitmenschen nicht anstecken. 24 Prozent möchten damit schwere Krankheitsverläufe vermeiden. Für lediglich 18 Prozent steht der eigene Schutz vor dem Virus im Vordergrund. 28 Prozent wollen sich pieksen lassen, um von Lockerungen zu profitieren.

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Gehen die Teens da etwas sorglos mit der Pandemie um? Laut Umfrage, kann man das verneinen. Denn 68 Prozent der Jugendlichen geben an, dass sie den die aktuelle Corona-Lage ernst bis sehr ernst nehmen. Allerdings gibt es 32 Prozent, die die Lage eher nicht bis überhaupt nicht ernst nehmen.

Lieber Shopping statt Konzerte

Und was hat die junge Generation vor, wenn die Beschränkungen sich weiter lockern? Bei der Gen Z gilt: family and friends first! 41 Prozent freuen sich darauf, ihre Familie und Freund:innen wieder ohne Einschränkungen treffen zu können. 35 Prozent setzen Urlaub und Reisen auf ihre Wunschliste. Auch private Feiern wie Geburtstage stehen auf der Agenda, das haben 35 Prozent gesagt. Lediglich 17 Prozent sehnen sich nach Konzerten, Open Airs und Festivals. Selbst das Shoppen wird höher gerankt: Über 22 Prozent wollen endlich mal wieder uneingeschränkt einkaufen gehen.

Impfpriorisierung nach Alters- oder Risikogruppen?

Außerdem geht die Studie der Frage nach, was die Teens von der Impfpriorisierung halten. Die Priorisierung nach Altersgruppen finden 57 Prozent der Befragten eher bis absolut sinnvoll. 70 Prozent geben an, dass es für sie auch in Ordnung ist, länger auf ein Impfangebot zu warten, damit ältere Menschen vorher geimpft werden können. 43 Prozent hingegen bewerten Priorisierung nach Alter als eher nicht bis gar nicht sinnvoll. Hier sind auch vereinzelt extreme Sichtweisen zu finden, wie:

Ich finde, dass gerade die jüngere Generationen die wichtigeren Generationen sind, da diese die Zukunft bestimmen.

„Alte Menschen, welche vielleicht sogar schon teilweise in einem Altersheim sind, haben ihr Leben – so komisch es auch klingt – schon gelebt und können leider ohnehin nicht mehr viel machen. (...)“

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Bei der Priorisierung nach Risikogruppen kommt es zu einem anderen Stimmungsbild: 84 Prozent der Teens sehen diese als eher bis absolut sinnvoll. Nur 16 Prozent bewerten diese Einteilung als eher bis absolut nicht sinnvoll an.

Und was halten die Teens davon, dass Menschen mit vollständigem Impfschutz von mehr Vorteilen profitieren? 60 Prozent finden solche Lockerungen eher bis absolut gerecht. 40 Prozent sind der Meinung, dass es ungerecht ist.

Was die Teens von der Corona-Politik halten

Über 65 Prozent der Teenager:innen fühlen sich von der aktuellen Corona-Politik nicht genug berücksichtigt. Vor allem Schüler:innen und Studierende  beschweren sich in der Teengeist-Befragung über fehlende Strategien und Hygiene-Konzepte. Des Weiteren hatten die Teens immer wieder das Gefühl, dass die Öffnungen und Schließungen der Schulen und Universitäten willkürlich passiert sind.

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Viele Schüler:innen haben außerdem Angst, dass die andauernden Schließungen ihre Bildung auf lange Sicht negativ beeinflusst. Laut der Teens herrscht hier außerdem eine Ungleichheit zwischen wohlhabenden und weniger wohlhabenden Familien. Technisch besser ausgestattete Haushalte haben hier einen klaren Lernvorteil im Vergleich zu Familien, die ihren Kindern keine hochwertige Technik zur Verfügung stellen können.

Durch Corona ist die Schule sehr schwer geworden.

„Leute die mehr Geld haben und sich dadurch auch hochwertige Sachen (Tablets und Computer) leisten können, haben hier klar den Vorteil. Auch Leute mit einem schlechten Internet hatten während dem Lockdown schlechte Chancen im Unterricht mitzukommen. (...)“

Einige der Teens weisen zudem erneut darauf hin, dass die jüngere Generation in ihren Augen die „wichtigere” Generation ist und demnach stärker in den Fokus der Politik rücken sollte. Nur 27 Prozent sagen aus, dass sie sich eher gut bis sehr gut berücksichtigt fühlen. Aber es gibt auch 8 Prozent der Gen Z, die sich gar keine Gedanken über die Politik machen.

Die Fußball-EM verdrängt TikTok

Neben der aktuellen Corona-Lage, fragte die Studie auch nach Trends und Hypes in der Gen Z. Und hier gibt es eine Überraschung. Zum ersten Mal seit der ersten Befragung im Dezember 2020 wird TikTok  vom Thron geworfen und landet auf Platz 2. Abgelöst wird die Social-Media-Plattform von der Fußball-Europameisterschaft. Knapp 10 Prozent der Befragten geben an, dass sie das internationale Turnier aktuell besonders gefeiert haben. Auch der Pride Month, der im Juni zelebriert wurde, stand bei den Jugendlichen hoch im Kurs.

„Ich habe es gefeiert, dass viele Menschen im EM Spiel Deutschland gegen Ungarn Regenbogenfarben angezogen haben, nachdem die UEFA verboten hatte die Allianz Arena in Regenbogenfarben leuchten zu lassen.”

Ebenso bei der Frage nach den meistgenutzten Plattformen der Teens kommt es zu einer spannenden Erkenntnis: TikTok muss ordentlich einbüßen. In der vorherigen Umfrage im Mai gaben noch 46 Prozent der Teens an, die Plattform täglich zu nutzen. Jetzt sind es nur noch 38 Prozent, also ganze 8 Prozent weniger. Ein leichter Anstieg ist bei YouTube zu verzeichnen: 4 Prozent mehr Teens gaben an, mehrmals in der Woche hier Videos zu schauen.